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title: "Erste Schritte im Sensorik-Modul"
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#### Themenübersicht

- Was ist das Sensorik-Modul und wofür ist es gedacht?
- Wie ist das Modul aufgebaut?
- Was kann ich damit messen?
- Wann lohnt sich Sensorik gegenüber der Temperaturmessung über Checklisten?
- Welche Vorteile habe ich gegenüber dem Checklistenmodul?
- Ab welcher Betriebsgröße lohnt sich der Einsatz?
- Welche Sensor-Technologien stehen zur Verfügung?
- Wie funktioniert die NB-IoT-Übertragung?
- Welche Mess- und Sendeintervalle gibt es und wie hängen sie mit der Batterie zusammen?
- Warum darf ich Temperaturen nicht einfach vom Display ablesen?
- Welcher Zeitaufwand entsteht bei manueller Messung?
- Wie hilft Sensorik bei Alarmen und Warenschutz?
- Welche Schwächen haben automatische Sensorsysteme?


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### Was ist das Sensorik-Modul und wofür ist es gedacht?

Das Sensorik-Modul ist der zentrale Bereich für alle **messwertbasierten Erfassungen** im Betrieb. Hauptanwendungsfall sind Temperaturmessungen – sowohl manuell als auch automatisiert. Das Modul ist als eigenständiges Werkzeug ausgelegt und ergänzt das Checklisten-Modul, ohne es zu ersetzen.

- Hauptzweck: Lückenlose Erfassung, Überwachung und Auswertung von Messwerten – meist Temperaturen aus Kühlbereichen, Speisen und Warenannahme.
- Erweiterte Einsatzfelder: Luftfeuchtigkeit, Türöffnungen, Durchfluss- und Verbrauchsmengen sowie weitere Sensoren, die je nach Geräteausstattung integriert werden können.
- Manuelle und automatische Messpunkte: Beide Erfassungsarten lassen sich in einem Modul abbilden – auch der Mischbetrieb ist möglich.
- Übergreifende Nutzung: Sensorik-Daten lassen sich mit anderen Modulen (z. B. Checklisten, Aufgaben) verknüpfen.

#### Wie ist das Modul aufgebaut?

Das Sensorik-Modul gliedert sich in drei Hauptbereiche. Diese Struktur ist bewusst übersichtlich gehalten und ermöglicht eine schnelle Orientierung – auch für Mitarbeiter, die nicht regelmäßig damit arbeiten.

- Dashboard: Zentrale Übersicht über alle aktiven Sensoren und Messpunkte. Aktuelle Messwerte werden direkt angezeigt, ebenso die letzte Messung pro Messpunkt – damit ist auf einen Blick erkennbar, welche Punkte aktuell sind und wo Handlungsbedarf besteht.
- Messpunkte: Verwaltung sämtlicher Messpunkte im Betrieb – manuelle und automatische. Hier werden Toleranzen, Grenzwerte, Benachrichtigungslogik und Zuweisungen konfiguriert.
- Analyse: Grafische Darstellung der Messwerte über frei wählbare Zeiträume. Mehrere Sensoren lassen sich gleichzeitig anzeigen und vergleichen. Export der Daten für externe Auswertungen ist möglich.

#### Was kann ich damit messen?

Das Sensorik-Modul ist technisch nicht auf Temperaturen beschränkt – aktuell liegt der Schwerpunkt aber klar dort. Andere Messarten werden je nach Sensoranbindung schrittweise erweitert.

- Temperaturen (Hauptanwendung): Kühlhäuser, Tiefkühl- und Kühlschränke, Kühlschubladen, Warenannahmen, Speisentemperaturen.
- Luftfeuchtigkeit: In sensiblen Lagerbereichen oder Produktionsräumen relevant.
- Türöffnungen und Bewegungen: Z. B. zur Überwachung von Kühlbereichen.
- Durchflussmengen und Verbrauchsmengen: Wasser-, Strom- oder Gasverbräuche.
- Erweiterbarkeit: Grundsätzlich lässt sich alles, was an euren Geräten messbar ist, in das System einbinden.

#### Wann lohnt sich Sensorik gegenüber der Temperaturmessung über Checklisten?

Temperaturmessungen lassen sich grundsätzlich auch über das Checklistenmodul abbilden – mit eigenen Prüfpositionen und Bedienelementen pro Kühleinheit. Für kleinere Betriebe ist das völlig ausreichend, ab einer gewissen Größenordnung stößt diese Lösung aber an Grenzen.

- Checklisten-Variante ausreichend: Bei kleinen Betrieben mit wenigen Messpunkten (z. B. 4–5 Kühlgeräte plus 2–3 Warenannahme-Messungen) ist die Erfassung über Checklisten kein Problem.
- Sensorik-Variante sinnvoll: Sobald die Anzahl der Messpunkte steigt – typischerweise ab 15–20 Messpunkten – wird das Sensorik-Modul deutlich effizienter.
- Beide Wege rechtssicher: Sowohl Checklisten- als auch Sensorik-Erfassung sind bei Behördenkontrollen anerkannt – es geht primär um Übersichtlichkeit und Bedienkomfort.
- Übergreifende Auswertung: Bei mehreren Standorten ist die zentrale Auswertung über die Sensorik deutlich praktikabler als über die einzelnen Checklisten der Standorte.

#### Welche Vorteile habe ich gegenüber dem Checklistenmodul?

Auch wenn beide Module Temperaturmessungen erfassen können, bietet das Sensorik-Modul deutlich mehr Flexibilität und Konfigurationstiefe – insbesondere bei Toleranzen, Benachrichtigungen und Auswertungen.

- Flexible Grenzwerte: Differenzierte Toleranzbereiche pro Messpunkt – mit verschiedenen Schwellen für Warnung und Mangelmeldung.
- Zeitliche Begrenzungen: Es lässt sich definieren, wie lange ein Grenzwert überschritten sein darf, bevor eine Benachrichtigung oder Mangelmeldung ausgelöst wird – damit werden Kurzzeit-Schwankungen (z. B. beim Öffnen der Kühltür) nicht als Mangel gewertet.
- Differenzierte Zuweisung pro Messpunkt: Jeder einzelne Messpunkt kann individuell verschiedenen Personen, Benutzergruppen oder Kategorien zugewiesen werden – im Checklistenmodul ist die Zuweisung nur auf Checklisten-Ebene möglich.
- Direkte Mangel-Auslösung bei Toleranzverletzung: Bei Sensoren können Toleranzabweichungen direkt einen Mangel auslösen – im Checklistenmodul wird die Abweichung zwar erfasst, eine automatische Mangelmeldung erfordert manuelle Konfiguration.
- Live-Ansicht im Dashboard: Aktuelle Messwerte sind jederzeit sichtbar, ohne dass eine Checkliste aufgerufen werden muss.

#### Ab welcher Betriebsgröße lohnt sich der Einsatz?

Die Entscheidung für oder gegen das Sensorik-Modul lässt sich grob an der Anzahl der Messpunkte festmachen.

- Unter 10 Messpunkten: Checklisten-Erfassung meist ausreichend – das Sensorik-Modul bringt wenig Mehrwert.
- 15–20 Messpunkte und mehr: Das Sensorik-Modul lohnt sich – insbesondere wenn Kühlhäuser, Kühlschubladen, Warenannahmen und Speisentemperaturen alle erfasst werden.
- Mehrstandort-Betriebe: Bereits bei moderater Messpunktzahl pro Standort lohnt sich das Modul – allein wegen der zentralen, standortübergreifenden Auswertung.
- Hoher Warenwert: Bei Betrieben mit teurer Kühlware (Fleisch- und Fischkühlhäuser) ist die kontinuierliche Überwachung der Sensorik unabhängig von der Messpunktzahl ein zusätzliches Argument.

#### Welche Sensor-Technologien stehen zur Verfügung?

Für automatisierte Messungen gibt es verschiedene Sensor-Typen, die sich in Übertragungstechnik und Einsatzbereich unterscheiden.

- Manuelle Messpunkte: Mitarbeiter erfasst Messwerte manuell im System. Vorteil: keine zusätzliche Hardware nötig.
- LAN-gebundene Sensoren: Drahtlose Sensoren, die ihre Daten an einen Access Point senden. Der Access Point ist mit dem lokalen Netzwerk verbunden und überträgt die Daten in die Cloud. Geeignet für Standorte mit stabiler Netzwerkinfrastruktur.
- IoT-Sensoren mit Mobilfunk: Größeres, IP67-zertifiziertes Gehäuse, ausgelegt für Nassräume und teilweise sogar wasserfest. Übertragung erfolgt über Mobilfunk (NB-IoT). Vorteil: kein lokales Netzwerk erforderlich. Häufig mit externem Fühler ausgeliefert – damit lässt sich das Gehäuse außerhalb des Kühlbereichs anbringen und nur die Sonde im Kühlbereich platzieren.
- Bluetooth-Thermometer: Manuelle Messung mit automatischer Übertragung. Mitarbeiter führt mit dem Thermometer eine Messung durch – der Wert wird direkt ins System übertragen, ohne manuelle Eingabe. Funktioniert sowohl mit dem Sensorik-Modul als auch mit Checklisten.

#### Wie funktioniert die NB-IoT-Übertragung?

NB-IoT steht für **Narrowband Internet of Things** – eine spezielle Mobilfunktechnologie, die ideal für sensorische Anwendungen mit geringer Datenmenge und hoher Durchdringung ist.

- Schmalbandige Übertragung: Sehr geringe Datenmenge, aber hohe Reichweite und Durchdringung.
- Vorteil Durchdringung: Selbst in Bereichen mit schlechtem Mobilfunkempfang (z. B. Kellerräume, dicke Wände, Stahlbeton) funktioniert die Übertragung in der Regel zuverlässig – dort, wo ein normales Handy bereits keinen Empfang mehr hat.
- Grenzen der Technologie: Bei stark isolierten Kühlhäusern in Kellerbereichen können auch NB-IoT-Sensoren an ihre Grenzen kommen. In solchen Fällen wird der Sensor außerhalb angebracht und nur die Fühler-Sonde im Kühlbereich platziert.
- Unabhängigkeit von eurem Netzwerk: Keine LAN-Verkabelung, kein WLAN, kein Access Point – die Sensoren sind sofort einsatzbereit.

#### Welche Mess- und Sendeintervalle gibt es und wie hängen sie mit der Batterie zusammen?

Wie oft ein Sensor misst und wie oft er die Daten überträgt, lässt sich konfigurieren. Beide Werte hängen aber unmittelbar mit dem Batterieverbrauch zusammen.

- Typischer Messintervall LAN-Sensor: Messung alle 5 Minuten, Übertragung alle 30 Minuten an den Access Point.
- Typischer Messintervall IoT-Sensor: Messung alle 10 Minuten, Übertragung jede Stunde über Mobilfunk.
- Begründung für die längeren Mobilfunk-Intervalle: Jede Mobilfunk-Verbindung verbraucht spürbar Energie. Je häufiger der Sensor mit der Antenne kommunizieren muss, desto kürzer hält die Batterie.
- Konfigurierbarkeit: Beide Werte lassen sich individuell anpassen. Höhere Frequenz bedeutet mehr Datendichte – kürzere Batterielaufzeit.
- Vergleich zum Mobiltelefon: Wer schon einmal in einem Bereich mit schlechtem Empfang unterwegs war, kennt das Phänomen – das Handy verliert schnell an Akku, weil es ständig nach Netz sucht. Bei Sensoren ist es genauso.

#### Warum darf ich Temperaturen nicht einfach vom Display ablesen?

Eine kritische Falle bei der manuellen Temperaturerfassung ist das **Ablesen vom Display der Kühleinheit**. Diese Praxis ist weit verbreitet, aber rechtlich und technisch problematisch.

- Display-Wert ist nicht die Innenraumtemperatur: Die Temperatur auf dem Display ist die Temperatur an der **Sonde des Herstellers** – nicht im Garraum oder Lagerbereich.
- Position der Hersteller-Sonde: Bei den meisten Geräten sitzt die Sonde in der Nähe des Kühlluftauslasses – also dort, wo die kalte Luft eingespeist wird.
- Konsequenz: Im Garraum oder Lagerbereich kann die tatsächliche Temperatur deutlich höher sein als auf dem Display angezeigt – teils 5 bis 10 Grad Abweichung.
- Vereisungs-Effekt: Bei vereistem Verdampfer kann die Hersteller-Sonde Minustemperaturen anzeigen, während im Garraum 10–11 Grad herrschen.
- Korrekte Messung: Temperatur direkt im Kühlbereich messen – z. B. mit einem Infrarot-Thermometer auf eine realistische Stelle, mit einem im Kühlraum liegenden Referenz-Thermometer oder mit einer eingehängten Sonde.
- Bei Sensorik: Automatische Sensoren liefern korrekte Innenraumtemperaturen – die Display-Problematik entfällt vollständig.

**Hinweis:** Behördenkontrolleure prüfen zunehmend, wie die im System dokumentierten Temperaturen tatsächlich erfasst wurden. Wer regelmäßig Display-Werte abschreibt, bekommt im Streitfall ein Glaubwürdigkeitsproblem – unabhängig davon, ob die Werte zufällig korrekt sind oder nicht.

#### Welcher Zeitaufwand entsteht bei manueller Messung?

Die Argumente für automatische Sensoren liegen nicht nur in der Sicherheit, sondern auch im handfesten Zeitaufwand der manuellen Erfassung.

- Realistischer Zeitaufwand: Bei vielen Messpunkten und langen Wegen im Betrieb können tägliche Messrunden bis zu 30 Minuten dauern.
- Mehrfache Erfassung: In vielen Betrieben werden Messungen morgens und mittags durchgeführt – kommt schnell auf 60 Minuten Mitarbeiterzeit pro Tag.
- Monetäre Wirkung: Über das Jahr gerechnet ergibt sich daraus eine erhebliche Summe an Personalkosten, die durch Automatisierung eingespart werden kann.
- Mögliche Folge: Mitarbeiter neigen unter Zeitdruck dazu, Messungen unsauber durchzuführen oder eben doch vom Display abzulesen – mit den oben beschriebenen Risiken.
- Kombinierte Wirkung: Wenn beide Effekte zusammenkommen – unsaubere Messung und hoher Zeitaufwand – ist die Wechselentscheidung zu automatischen Sensoren besonders deutlich.

#### Wie hilft Sensorik bei Alarmen und Warenschutz?

Ein zentraler Mehrwert automatischer Sensoren ist die kontinuierliche Überwachung – auch außerhalb der Betriebszeiten. Das macht insbesondere bei hohen Warenwerten den Unterschied.

- Geräteseitige Alarmsysteme: Viele Kühlhäuser haben eigene Alarme bei Grenzwertabweichung – häufig akustisch, manchmal mit Anbindung an eine Sicherheitsfirma.
- Schwäche der Geräte-Alarme: Wenn der Alarm außerhalb der Betriebszeiten auslöst und niemand davon erfährt (Wochenende, Nachtschicht-Abwesenheit), bleibt der Schaden unbemerkt.
- Beispiel-Szenario: Kühlung fällt Freitagnacht aus → Geräte-Alarm bindet niemanden → Montagmorgen ist die komplette Ware unbrauchbar.
- Vorteil automatische Sensoren: Push-Benachrichtigungen erreichen die zuständigen Personen unabhängig vom Standort. Auch von Zuhause aus lassen sich Temperaturen tracken.
- Risiko-Minimierung bei hohem Warenwert: Fisch-, Fleisch- und Tiefkühlhäuser haben oft Warenwerte im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Ein einziger vermiedener Ausfall amortisiert die gesamte Sensor-Infrastruktur.

#### Welche Schwächen haben automatische Sensorsysteme?

Automatische Sensoren sind keine fehlerfreie Lösung – auch sie haben Schwächen, die ihr bei der Einführung kennen solltet.

- Stromversorgung des Access Points: Bei LAN-Sensoren ist die Stromversorgung des Access Points kritisch. Wird der Stecker gezogen (z. B. weil ein Mitarbeiter sein Handy laden will), senden alle Sensoren nicht mehr.
- LAN-Verbindung: Wird das LAN-Kabel gezogen, ist die Cloud-Übertragung unterbrochen – auch wenn die Sensoren weiter messen.
- Mobilfunk-Empfang bei IoT-Sensoren: In manchen Bereichen kann auch NB-IoT an seine Grenzen kommen. Vor der Installation gemeinsam mit dem Anbieter die Funkabdeckung prüfen.
- Batterielaufzeit: Auch wenn die Laufzeit mehrere Jahre beträgt, gilt es im Betrieb zu monitoren, wann ein Tausch fällig wird.
- Beratungsempfehlung: Vor der Einführung eines Sensorik-Setups sollte eine Standortbegehung erfolgen, bei der die örtlichen Gegebenheiten analysiert und der passende Sensor-Typ ausgewählt wird.

#### Fazit

Das Sensorik-Modul ist kein exotisches Zusatzwerkzeug – fast jeder Betrieb, der mit Checklisten arbeitet, hat bereits Berührungspunkte mit Sensorik in Form von Temperaturmessungen. Drei Punkte sind beim Einstieg besonders wichtig: Erstens, **die Wahl zwischen Checklisten-Erfassung und Sensorik-Modul ist eine Größenfrage** – bei wenigen Messpunkten reichen Checklisten, ab 15–20 Messpunkten lohnt sich das eigenständige Modul deutlich. Zweitens, **manuelle Messpunkte sind ein guter Einstieg** – wer noch keine automatischen Sensoren hat, profitiert bereits von der besseren Übersicht, der flexibleren Toleranzlogik und der zentralen Dashboard-Ansicht. Drittens, **die wirkliche Stärke liegt in der automatischen Erfassung** – mit kontinuierlicher Überwachung, sofortiger Benachrichtigung bei Grenzwertabweichungen und Schutz hoher Warenwerte rund um die Uhr. Wer das Sensorik-Modul mit den passenden Sensoren kombiniert, schafft sich eine Lösung, die nicht nur den täglichen Zeitaufwand reduziert, sondern im Ernstfall den Unterschied zwischen einem unbemerkten Wochenend-Ausfall und einer rechtzeitigen Reaktion bedeutet.